Ratgeber

So läuft eine Hochzeitsreportage ab – Schritt für Schritt

Porträt von Hochzeitsfotograf Jairo Thoma Von Jairo Thoma · 10 Min. Lesezeit · Aktualisiert März 2026
Brautpaar hält einen Moment mit der Kamera fest – ungestellte Hochzeitsreportage in der Ostschweiz

Die meisten Brautpaare haben noch nie einen Hochzeitsfotografen gebucht. Verständlich, dass da Fragen aufkommen: Was passiert genau? Muss ich etwas vorbereiten? Werde ich den ganzen Tag posieren müssen?

Hier zeige ich euch, wie eine dokumentarische Hochzeitsreportage bei mir abläuft – von der ersten Nachricht bis zum Moment, in dem ihr eure Bilder in den Händen haltet.

Phase 1 – Anfrage und Kennenlernen

Die erste Nachricht

Alles beginnt mit einer kurzen Nachricht. Per Kontaktformular, E-Mail oder WhatsApp. Ihr müsst keinen Roman schreiben – Datum, Location und eine grobe Vorstellung reichen. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden mit einer Verfügbarkeitsbestätigung.

Das Kennenlerngespräch

Wenn der Termin frei ist, treffen wir uns. Entweder persönlich auf einen Kaffee (ich komme gern zu euch) oder per Video-Call – was euch lieber ist. Dieses Gespräch ist kein Verkaufsgespräch. Es ist ein Kennenlernen. Wir reden über euren Tag, euren Stil, eure Wünsche. Ich zeige euch Reportagen von echten Hochzeiten, damit ihr wisst, was euch erwartet.

Was ich bei diesem Gespräch immer frage:

  • Wie stellt ihr euch den Tag vor?
  • Was ist euch bei den Fotos am wichtigsten?
  • Gibt es Momente, die auf keinen Fall fehlen dürfen?
  • Wie steht ihr zu Gruppenfotos?
  • Habt ihr eine grobe Timeline?

Und ganz ehrlich: Dieses Gespräch dient auch mir. Ich möchte wissen, ob die Chemie stimmt. Denn ich verbringe 8 bis 12 Stunden mit euch – da muss das Gefühl passen. Auf beiden Seiten.

Buchung und Vertrag

Wenn wir zusammen weitermachen wollen, schicke ich euch ein schriftliches Angebot. Nach der Unterschrift und einer Anzahlung von 30 % ist euer Datum reserviert. Der Rest ist 14 Tage vor der Hochzeit fällig.

→ Meine Pakete und Preise im Detail


Phase 2 – Vorbereitung

Zwei Eheringe auf einem Kissen – Detailaufnahme als Teil der Vorbereitung einer Hochzeitsreportage
Auch die kleinen Details werden vorab besprochen und am Tag festgehalten.

4 bis 6 Wochen vor der Hochzeit

Wir telefonieren oder treffen uns nochmals, um den genauen Ablauf zu besprechen. Ich brauche von euch:

  • Die Timeline: Wann beginnt das Getting Ready? Wann ist die Trauung? Wann der Apéro? Wann das Abendessen? Wann der erste Tanz?
  • Die Location: Ich schaue mir die Location vorab an (oder auf Fotos und Karten), um die besten Fotospots zu identifizieren.
  • Die Gruppenfotos-Liste: Wenn ihr welche wollt. Mein Rat: Haltet die Liste kurz (5–7 Konstellationen maximal). Lange Gruppenfoto-Sessions fressen Zeit und Energie.
  • Spezielle Wünsche: Gibt es einen Überraschungsmoment, den ich wissen muss? Einen speziellen Gast, der unbedingt fotografiert werden soll?

Was ich vorbereite

Auf meiner Seite passiert auch einiges:

  • Equipment-Check: Zwei Kamerabodys, vier Objektive, Ersatzakkus, Ersatzspeicherkarten. Alles wird vor jeder Hochzeit geprüft und geladen. Immer doppelt. Denn wenn eine Kamera ausfällt – und das passiert –, muss innerhalb von Sekunden die Zweite bereit sein.
  • Location-Scouting: Wo ist das beste Licht um die Trauungszeit? Wo kann man ungestört ein Paarshooting machen? Wo sind die schönsten Hintergründe?
  • Wetter-Check: Nicht um zu hoffen, dass es sonnig wird, sondern um vorbereitet zu sein. Regen kann wunderschöne Bilder ergeben – aber ich brauche einen Plan B für das Paarshooting.

Phase 3 – Der Hochzeitstag

Das ist der Teil, den ihr am meisten wissen wollt. Hier ist ein typischer Ablauf einer Ganztagesreportage (Classic-Paket):

1
12:30 – Ankunft und Getting Ready

Ich komme 30 Minuten vor dem vereinbarten Start an. Leise, unauffällig. Ich stelle mich kurz vor – besonders bei den Personen, die mich noch nicht kennen – und beginne dann einfach zu arbeiten.

Das Getting Ready ist einer meiner Lieblingsmomente. Die Nervosität, die Aufregung, die Vorfreude. Die Braut, die vor dem Spiegel steht. Die beste Freundin, die beim Kleid hilft. Der Vater, der zum ersten Mal seine Tochter im Brautkleid sieht. Diese Momente sind echt, ungefiltert und emotional. Ich halte mich im Hintergrund und fotografiere, was passiert.

Was ich brauche: Einen Raum mit Tageslicht. Keine LED-Deckenlampen, kein Neonlicht. Ein Fenster reicht. Je näher zum Fenster, desto schöner das Licht auf der Haut.

2
14:00 – First Look oder Trauung

Wenn ihr einen First Look macht (also euch vor der Trauung das erste Mal seht), plane ich dafür 15 bis 20 Minuten ein. Das ist ein stiller, privater Moment – nur ihr beide und ich. Keine Gäste, kein Lärm. Manche Paare weinen, manche lachen, manche stehen einfach da und halten sich fest. Es ist jedes Mal anders. Und jedes Mal schön.

Wenn ihr keinen First Look wollt – absolut in Ordnung. Dann fängt es direkt mit der Trauung an.

3
14:30 – Die Trauung

Ob Kirche, Standesamt oder freie Trauung im Freien: Ich positioniere mich so, dass ich euch, die Gäste und den Raum einfangen kann, ohne im Weg zu sein. Ich wechsle während der Zeremonie mehrfach die Position – vorne für eure Gesichter, hinten für die Gästereaktion, seitlich für die Ringübergabe.

Was ich dabei festhalte:

  • Euren Einzug
  • Eure Gesichter während der Gelübde
  • Den Ringwechsel
  • Die Reaktionen der Gäste (Tränen, Lachen, Rührung)
  • Den Kuss
  • Euren Auszug
4
15:30 – Paarshooting

20 bis 30 Minuten, an einem Ort, den wir vorher ausgesucht haben. Keine Shot-List, keine steifen Posen. Ich sage euch einfach: «Lauft mal zusammen los. Schaut euch an. Erzählt euch was Lustiges.» Und dann halte ich fest, was passiert.

Das Paarshooting ist keine Unterbrechung eures Tages – es ist eine Pause für euch. Fünf Minuten, in denen ihr einfach zu zweit seid, durchatmet und den Moment geniesst. Und nebenbei entstehen Bilder, die ihr in 30 Jahren noch anschauen werdet.

Brautpaar hält sich an den Händen – natürlicher Moment beim Paarshooting einer Hochzeitsreportage
Beim Paarshooting entstehen die ruhigen, ehrlichen Momente zu zweit.
5
16:00 – Apéro

Der Apéro ist goldene Fotografen-Zeit. Hier passiert alles gleichzeitig: Umarmungen, Lachen, Anstossen, die Grossmutter, die den Enkel drückt, Kinder, die über die Wiese rennen, der beste Freund, der eine Rede improvisiert. Ich bin mittendrin und unsichtbar gleichzeitig.

6
18:00 – Abendessen und Reden

Hier wird es ruhiger. Ich dokumentiere den Saal, die Dekoration, die Tischkarten, das Essen. Und natürlich die Reden – die sind emotional fast immer die stärksten Momente des Abends.

7
20:00+ – Party

Erster Tanz, Tortenanschnitt, Bouquet-Wurf, Tanzfläche. Hier arbeite ich mit einer Mischung aus vorhandenem Licht und einem kleinen Aufsteckblitz, der indirektes, weiches Licht wirft. Keine harten Blitze direkt ins Gesicht.

Wie lange ich bleibe, hängt vom Paket ab. Beim Classic-Paket bis ca. 22 Uhr, beim Premium-Paket bis die Party endet – oder bis ihr sagt: «Jairo, du kannst jetzt gehen.»


Phase 4 – Nach der Hochzeit

Die nächsten Tage

Ich sichere alle Bilder dreifach: auf der Speicherkarte, auf meiner Festplatte und in einem Cloud-Backup. Paranoid? Ja. Aber eure Bilder sind unersetzlich.

Innerhalb der ersten Woche nach der Hochzeit schicke ich euch einen kleinen Vorgeschmack: 15 bis 20 fertig bearbeitete Bilder, damit ihr die Wartezeit überbrückt und schon etwas zum Teilen habt.

Wochen 2 bis 6 – Bearbeitung

Jetzt beginnt der aufwändigste Teil meiner Arbeit. Ich sichte alle 2'000 bis 4'000 Bilder, die an eurem Tag entstanden sind. Ich wähle die 400 bis 600 besten aus. Und dann bearbeite ich jedes einzelne von Hand.

Was «Bearbeitung» bedeutet:

  • Farbkorrektur: Jedes Bild wird individuell angepasst – Weissabgleich, Belichtung, Kontrast, Farbtöne.
  • Bildausschnitt: Manchmal schneide ich ein Bild neu zu, um die Komposition zu verbessern.
  • Hauttöne: Natürliche, warme Hauttöne – keine übertriebene Retusche, keine Porzellanpuppen.
  • Konsistenz: Alle Bilder müssen zueinander passen. Ein einheitlicher Look, der sich «nach eurem Tag» anfühlt.

Was ich nicht mache: Gesichter retuschieren, Personen entfernen, unrealistische Filter drüberlegen. Eure Bilder sollen echt aussehen – weil sie echt sind.

Woche 6 bis 8 – Lieferung

Ihr bekommt eine E-Mail mit dem Link zu eurer passwortgeschützten Online-Galerie. Alle Bilder sind in voller Auflösung verfügbar – zum Herunterladen, Teilen und Drucken. Die Galerie bleibt 12 Monate online.

Wenn ihr ein Fotoalbum bestellt habt, beginne ich nach eurer Bildauswahl mit dem Layout. Das Album kommt in der Regel 4 bis 6 Wochen nach der Galerie-Lieferung.

FAQ

Was Brautpaare am häufigsten fragen

Bei einer Ganztagesreportage (8 bis 12 Stunden) liefere ich in der Regel 400 bis 600 bearbeitete Bilder. Jedes einzelne wird von Hand ausgewählt und bearbeitet. Ich fotografiere am Tag selbst zwischen 2'000 und 4'000 Bilder – was ihr bekommt, ist die sorgfältige Auswahl davon.

6 bis 8 Wochen nach der Hochzeit. Warum so lange? Weil Einzelbearbeitung Zeit braucht. Ich will euch keine mittelmässigen Bilder schnell liefern, sondern grossartige Bilder in angemessener Zeit.

Nein. Mein Stil ist dokumentarisch. Ich gebe euch einfache, natürliche Impulse – «lauft zusammen», «schaut euch an» – aber ich stelle nichts. Die besten Hochzeitsfotos sind die, die man nicht planen kann.

Dafür bin ich da. Zeitplan kippt? Regen? Lichtwechsel? Das ist mein Job. Ich bin flexibel, habe Equipment für jede Situation und bleibe ruhig, auch wenn der Rest chaotisch wird. Das ist der Unterschied zwischen einem Profi und jemandem, der eine Kamera besitzt.

Porträt von Hochzeitsfotograf Jairo Thoma aus Bütschwil im Toggenburg
Jairo Thoma
Hochzeitsfotograf · Bütschwil, Toggenburg

Ich begleite seit 2023 Brautpaare in der ganzen Ostschweiz – von kleinen Standesamt-Feiern bis zu Ganztagesreportagen im Toggenburg. Was ich hier schreibe, kommt nicht aus einem Lehrbuch, sondern aus echten Hochzeiten. Wenn ihr Fragen zu eurem Tag habt, schreibt mir einfach.

Bereit?

Klingt gut? Dann erzählt mir von eurem Tag.

Jetzt wisst ihr, was euch erwartet. Wenn ihr Lust habt, das zusammen zu machen, schreibt mir – kein Verkaufsgespräch, einfach ein erstes Kennenlernen. Ich melde mich innerhalb von 24 Stunden.

Jairo Thoma Photography · Bütschwil, Toggenburg
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